• Die große Überquerung im Tal der Träume

Die große Überquerung im Tal der Träume

Diego Toigo und Santi Padròs durchquerten zwischen 13. und 16. Juni die Pale di San Lucano inmitten der Belluno Dolomiten, welche sie „Sangre y Corazòn“ tauften. Vier Tage mit langen und komplizierten Zustiegen, der Besteigung von 4 Routen des Schwierigkeitsgrades VII + und der Aneinanderreihung 7 verschiedener Gipfel. Ein großartiges Bergsteiger-Abendteuer, welches nie zuvor erprobt wurde, mitten im wildesten und schwindelerregendsten Herzen der Belluno Dolomiten.

Pale di San Lucano, Belluno Dolomiten_Italien

Ein weites, felsiges Massiv, klar sichtbar von Agordo aus, mit breiten Wänden, die den Blick und den Geist sofort fesseln, geschützt von langen, ungemütlichen Anstiegen und ebenso langen, unwegsamen Abstiegen. Als Bühne für ein bis jetzt hier wenig praktiziertes Bergsteigen bieten die Pale di San Lucano die perfekte Landschaft für diejenigen, die noch nach Abenteuern suchen.

Seit einigen Jahren nun besteigen Santi und Diego diese Wände. Für sie sind sie eindeutig ein schweres Massiv zum Bergsteigen, ohne Kompromiss. Was sie im „Tal der Träume“ so begeistert, ist ihr schroffer, wilder, fast uranfänglicher Charakter.

Diego hatte schon seit einiger Zeit die Idee, die wichtigsten Gipfel dieses Massivs in nur vier Tagen zu besteigen, stets weiterkletternd, ohne dazwischen ins Tal zurückzukehren. Er dachte sofort an Santi als richtige Person für dieses Projekt und Santis Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Claro que sí tío, va-mos!“.

Während der Wintersaison legten die beiden ihren Schlachtplan für die komplette Überquerung fest. Neben der Wahl der verschiedenen Routen, erwies es sich als komplizierteste Aufgabe, herauszufinden, wie sie von einer Pala zur nächsten gelangen konnten, durch die borài, die tiefen Furchen, die diese Berge trennen, hindurch. Schließlich stand der Plan: Sie würden von der Vierten Pala starten, um die Überquerung an der Ersten Pala zu beenden.

Erster Tag

Sonntag, 13. Juni wir kommen um 5 Uhr morgens in Agordo an und die Pale warten schon auf uns. Still und imposant. Ich war noch nie zuvor auf der Quarta Pala gewesen, während Santi den Aufstieg gut kennt. Nach 4 Stunden Klettern zwischen vertikalen Wäldern und bewachsenen Steilhängen erreichen wir um 10 Uhr den Startpunkt der „Mario Tomè Bariza“ Route, die 800 Meter lang zwischen den Steilflanken der Gogna und dem Casarotto nach oben führt. Um 17 Uhr sind wir auf dem Gipfel der Quarta Pala. Einer ist somit geschafft. Ein Handschlag, dann geht es rasch weiter zum Arco del Bersanèl und dann hinauf zum Monte San Lucano. Um 19.30 Uhr sind wir endlich an unserem Lagerplatz angelangt, direkt unter dem Passo del Ciodo, wo wir unser Zelt aufschlagen.

Zweiter Tag

Wir wachen früh auf und gehen davon aus, dass es ein ruhigerer Tag wird, aber wir haben nicht mit dem Boral di San Lucano gerechnet. Um den White Pillar zu erreichen, muss man eine ungefähr 500 Meter lange Rinne hinabsteigen und das unmittelbar zwischen den imposanten Felswänden der Seconda und Terza Pala. Hier einfach durchzukommen ist nicht selbstverständlich, wenn man den uns behindernden, gefrorenen Schnee und die Wasserfälle, die wir darunter finden, bedenkt. Nach 3 Stunden des Canyoning auf nassen Felsen und Schneefeldern erreichen wir endlich, über einer langen Querung, die „Pilastro Bianco“ Route. Diese führt direkt neben einigen wunderschönen Spalten und Felswänden von der linken Seite auf den Pfeiler hinauf.

Dritter Tag

Der dritte Tag beginnt mit einem langen Abstieg des Boral de la Besausega. Der Trail wurde durch den großen Brand von 2018 und den Hurricane Vaia verwüstet. Am Fuße des Berges angelangt, finden wir noch viel Schnee vor, der es für uns einfacher macht, bis unterhalb der „Seconda Pala“ weiterzugehen. Unser Plan ist es, die „Via Flora“ erneut zu begehen, aber ein leichter Nebel macht es uns unmöglich, die Aufstiegsroute zu erkennen. Nach vier Anstiegen erkennen wir, dass wir nicht auf dem richtigen Track sind. Wir beschließen unsere Route fortzusetzen. Die weiteren Züge folgen ganz logisch aufeinander bis zum Gipfel der Seconda Pala. Unsere Freude ist unbändig: Wir haben den dritten Teil unserer Durchquerung mit einer neuen Route abgeschlossen. Wir nenne sie „Sangre y Corazòn“. Der Titel eines Songs meines patagonischen Freundes Siete Venas aus del Monte.
Vom Gipfel der Seconda Pala kehren wir ohne Probleme wieder zum Bedin Biwak zurück.

Vierter Tag

Wir wachen um circa 6 Uhr mit geschwollenen Händen auf. Mit Schmerzen über den ganzen Körper beginnt unsere Motivation etwas nachzulassen, aber wir sind dem Ziel so nah. Kurz gesagt sind wir unterhalb der Ostwand der Cima d’Ambrusogn, der höchsten Wand der Prima Pala. Wir starten mit der „Via del Diedro“ und folgen dann der „Via Raffaella“. Die kompakte Felswand, die zur Felsspalte führt, macht es uns nicht einfach, aber Santi gelingt es mit viel Geschicklichkeit durchzukommen. Die folgenden Züge sind einfach wunderbar. Es ist schade, dass wir sie nicht so genießen können, wie wir es gerne wollten, da die Anstrengung nun spürbar wird. Eine lange Überquerung durch Latschenkiefern führt uns aus der Felswand heraus und direkt unter die Cima d’Ambrusogn. Und in diesem Moment wird uns klar, dass wir es geschafft haben. Die große Überquerung der Pale ist komplett. Wir sind sprachlos beim Anblick der Schönheit, die uns umgibt. Endlich eine feste Umarmung mit Santi, dem ich nie genug danken werden kann, sich mit mir auf diese verrückte Idee eingelassen zu haben. All das inmitten dieser Berge, die wir in unsere Herzen geschlossen haben.

4 Routen
(mit 3 ersten Wiederholungen und 1 neuen Route)

Schwierigkeitsgrad
bis zu VII+

4000 Meter Höhenmeter

4 Tage
7 Gipfeli
3 Biwaks

SANGRE Y CORAZÒN
DIE GROßE HOCHGEBIRGSÜBERQUERUNG IM TAL DER TRÄUME

TAG 1 – IV Pala (2263 m)
Start vom Col di Pra (843 m). Besteigung der Süd-Ost Wand “Via Mario Tomè-Bariza” (S. Santomaso–F. Conedera), 1998), 1280 m Höhenmeter (540 m Zustieg), Schwierigkeitsgrad bis zu VI, A1. Erste Wiederholung. Kammüberquerung zum Monte San Lucano mit Übernachtung am Passo del Ciodo (2300 m).

Tag 2- III Pala (2262 m)
Abstieg am el Boral di San Lucano entlang, danach Aufstieg auf der Gegenseite zur Basis der Ostwand der Terza Pala. Besteigung der Ostwand „Via del Pilastro Bianco“ (Vallata–Zeni–Zanon, 2018), 600 Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad VII-. Erste Wiederholung. Vom Gipfel der Terza Pala dem Pfad der Creste di Milarepa folgend bis zur Spitze der Spiz di Lagunaz (2331 m) und der Torre di Lagunaz (2296 m), die wichtigsten Bergspitzen der Terza Pela Gruppe anschließend. Rückkehr zum Zelt am Passo del Ciodo.

Tag 3 – II Pala (2340 m)
Abstieg zum el Boral de la Besausega. Seconda Pala, Südostwand “Via Sangre y Corazòn”, 850 Höhenmeter (300 m Zustieg), Schwierigkeitsgrad bis zu VII. Neue Route. Vom Gipfel der Seconda Pala zum Bedin Biwak.

Tag 4 – I Pala (2221 m)
Abstieg zur Basis der Cima Est de Ambrusogn. Besteigung der Ostwand “Via del dihedral + Via Raffaella” (G. Del Din–G. Galiazzo, 1995), 400 Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad bis zu VII+. Erste Wiederholung. Rückkehr zum Bedin Biwak und Abstieg bis nach Pradimezzo (873 m). Bier nach Belieben.

Auf den Pale im Rhythmus des Rock

Während der 4 Tage der Überquerung der Pale di San Lucano benutzten Diego Toigo und Santi Padròs den Rock DFS GTX für ihre Anstiege, im Wechsel mit Kletterschuhen für die anspruchsvollsten Routen.

Der Rock DFS GTX bewies sich als idealer Begleiter für Diego und Santi für ihre komplizierten Zustiege ebenso wie die langen Talabstiege in den Pale di San Lucano. Auch hat er sich als exzellenter Schuh für einfachere Kletterabschnitte ihrer Routen und den Ausstiegen in Richtung der Gipfel unter Beweis gestellt.

Das Dual Fit System, Dual-Schnürsystem, ermöglichte Santi und Diego den Komfort und die Präzision der Passform während der verschiedenen Abschnitte anzupassen. Die Vibram Approcciosa Außensohle mit Megagrip Compound bewies sich als ideale Komponente auf allen Oberflächen und als extrem zuverlässig, auch für die Überquerung schneebedeckter Partien.

"Sangre y Corazon" di Santi e Diego

Santi Padròs

GAls Bergführer und Canyoning Guide ist er Ausbilder in spanischen Schulen, in welchen Hochgebirgsführer, Bergführer und Canyoning Guides ausgebildet werden. Zahlreiche Expeditionen im Himalaya-Gebirge und in Südamerika und weitere hunderte Routen in den Alpen zählen jedes Jahr zu seinen Aktivitäten,

Diego Toigo

Seit 2001 habe ich mehr als 300 Routen in den Dolomiten durchstiegen, habe ein Dutzend neuer Routen eröffnet, zu welchen auch „I tempo cambiano“ in der Südwand des Sass De Mura (Feltrine Alpen) zählt, die 2017 mit dem Silla Ghedina Prei als beste neue Route in den Dolomiten ausgezeichnet wurde. Nationaler Ausbilder des CAI und Präsident der Feltre Rock Group.

Unser Schuhwerk

Für Zustiege zu Hochgebirgstouren sowie Abstiege ist der Rock DFS GTX das ideale Schuhwerk für Diego und Santi.



Bentornato!

willkommen zurück

-10%

Sichern Sie sich jetzt Ihre 10% Rabatt und werden Sie Teil der AKU-Familie.

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den neuesten Nachrichten und Abenteuern in der Natur.

10%

Sichern Sie sich jetzt Ihre 10% Rabatt und werden Sie Teil der AKU-Familie.

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den neuesten Nachrichten und Abenteuern in der Natur.

CANADA

Thanks for Visiting AKU, Please Navigate to Our Canadian Site for the Best Experience.

USA

Thanks for Visiting AKU, Please Navigate to Our US Site for the Best Experience.

Durch die Nutzung der Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. mehr Infos

This site DOES NOT use any profiling cookies. Instead, third-party cookies are used and linked to the presenza of social plugins. To continue browsing throught access to another area of the site or to select an item of the same involves the provision of consent to the use of cookies. For more information or to change your consent to the use of cookies click here.

Chiudi

protetto da reCAPTCHA: privacy - termini