• Corona di Trento

Das seltsame Gefühl, tagelang unterwegs zu sein, ohne jemals die Heimat aus den Augen zu verlieren.

Wir verlassen unser Zuhause an einem heißen Sommermorgen.

Wenn man in die Berge geht, versucht jeder, eine Grenze zu überwinden. Das kann geografisch, physisch oder mental sein. Bei diesem Projekt haben wir uns im Gegenteil eine Grenze gesetzt. In Anlehnung an die Quarantänebeschränkungen, bei denen man sich nur innerhalb der eigenen Gemeinde bewegen durfte, haben wir beschlossen, die Gipfel zu besteigen, die Trient, die Stadt, in der wir leben, umgeben. Unsere selbst aufgestellten Regeln waren:

1) Von jedem Gipfel aus sollte Trient zu sehen sein
2) Wir durften keinerlei Transportmittel benutzen

Wir brechen an einem heißen Sommermorgen auf, in 3 Tagen erreichen wir 6 Gipfel, sind insgesamt 58 km unterwegs mit einer Aufstiegshöhe von über 4500 Metern. Auch für diese Wanderung haben wir uns für eine autonome Zubereitung der Nahrungsmittel entschieden, und das Gemüse, das für den Trocknungsprozess verwendet wurde, stammt aus eigener Produktion.

Beim Besteigen der Gipfel, auf denen wir schon hunderte Male unterwegs waren, ist das Gefühl seltsam. Die Menschen, denen wir begegnen, reden mit uns, als wären wir wegen unserer großen Rucksäcke Touristen und tatsächlich fühlen wir uns auch so. Wir überqueren einen kleinen Fluss, in dem wir uns mit einem frostigen Bad regenerieren, und dann auf dem nächsten Gipfel bewundern wir die Stadt aus einer anderen Perspektive. Man hört das Echo des Tals mit seiner Autobahn und seinen Zügen, wie das Rumpeln eines Bauches, der jeden Gedanken verschlingt und jeden verschlingt, der versucht, ihm zu entkommen.

Uns gefällt die Idee, diese Orte zurückzuerobern.

Wir beschließen, am Fuße des Crode del Chegul zu übernachten, da der Wind auf dem Gipfel zu stark ist. Am nächsten Tag, nachdem wir einen Grat entlang gegangen sind, von dem aus wir einen Blick auf das Valsugana werfen konnten, müssen wir das Etschtal durchqueren. Hier stoßen wir auf die Grenze aus Beton, Kreisverkehren und Straßen, die nicht zu Fuß begangen werden können. Glücklicherweise ist die Strecke kurz aber uns wird klar, wie fern ab vom Alltagsleben sonst unsere Erfahrungen sind wenn wir zu einer Wanderung in die Berge aufbrechen.
Bei diesem Trekking, bei dem wir zu Fuß von zu Hause aus starten, entfällt die Anreise, und dieses Gefühl ist fantastisch. Es erlaubt uns, den Weg als einen Weg zu überdenken, der Dörfer, Straßen und Städte durchquert, wir haben das Gefühl, das Gebiet in seiner Gesamtheit zu leben, ohne leere Punkte auf der Karte zu hinterlassen, die nicht passierbar sind. Uns gefällt der Gedanke, uns diese Orte wieder anzueignen, sie mit unserer Passage menschlicher zu machen. Die Menschen, die uns lächeln sehen, nehmen die Tatsache wahr, dass etwas Paradoxes in der Unmöglichkeit liegt, das Tal zu durchqueren, ohne die Leitplanken zu übersteigen und am Straßenrand zu gehen.
Nachdem wir das Etschtal durchquert haben befinden wir uns in einem von Bären bewohnten Gebiet. Wir erfahren wie begrenzt auch sie sind, unfähig, ein Tal zu durchqueren, das hauptsächlich aus Straßen, Eisenbahnlinien und Umgehungsstraßen besteht.

Wir haben das Gefühl, schon seit Monaten unterwegs zu sein.

Früh am Morgen stehen wir auf und beginnen mit dem Aufstieg zum letzten Gipfel, dem Palon del Bondone, der über 2000 Meter hoch ist. Der alte Weg, für dem wir uns entscheiden, wird von der Vegetation verschluckt und führt geradewegs 1800 Höhenmeter hinauf, und wir stellen fest, wie sehr wir die Länge des Trecks unterschätzt haben. Wir sind erschöpft, vielleicht auch wegen der sehr hohen Temperaturen. Der Abstieg in Richtung Trient führt uns über Skipisten, die mit Schneekanonen und Flutlichtmasten für den Nachtskilauf gespickt sind. Wir kehren in die Stadt zurück und wir können es an dem wachsenden Lärm erkennen. Wir durchqueren das Zentrum von Trient, essen ein Eis und steigen dann ein letztes Mal auf den Hügel, von dem aus wir gestartet sind.

Als wir nach Hause kommen, fühlt es sich an, als wären wir schon seit Monaten unterwegs, ich bin neugierig, ob die Tomaten reif sind und ob der Walnussbaum schon dunkel geworden ist. Wir essen zusammen mit Freunden, die uns wie Pioniere empfangen, neugierig darauf, wie es gelaufen ist, eine Art der Neugierde die sie uns nicht einmal entgegenbringen, wenn wir von einer anstrengenden Besteigung in den Dolomiten zurückgekehrt sind.
Wir haben das starke Gefühl, der Stadt ferngeblieben zu sein, und waren doch so nah, sie niemals aus den Augen zu verlieren.

3 Tage

6 Gipfel und 60 km

4500 m

Aufstieg +

Selbst hergestellte Mahlzeiten und keinerlei Abfall

Während des Lockdown sind bekannte oder immer als selbstverständlich angesehene Orte plötzlich unerreichbar geworden, und die Neugierde, sie wieder zu entdecken, wird für Elisa und Leonardo zum Projekt für ein neues Abenteuer.
So entstand die Corona di Trento, eine Rundtour, die vom Zentrum Trients aus alle Gipfel, die die Stadt überblicken, auf insgesamt 60 km und 4500 m AUfstieg verbindet. Und immer “mit dem seltsamen Gefühl, tagelang unterwegs zu sein, ohne jemals die Heimat aus den Augen zu verlieren”.

  • AUS DER INNENSTADT VON TRIENT,
    EINE RUNDREISE ZU ALLEN GIPFELN
    MIT BLICK AUF DIE STADT

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Unser Schuhwerk

Elisa und Leonardo sind die komplette Strecke mit dem AKU-Modell ALTERRA LITE GTX gegangen.



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