Führer. Hirte und Bergführer. Zwei Welten im Vergleich.

— 6 marzo 2014 | AKU team

Hirten und Bergführer behaupten sich in einer Welt, die sich verändert. Um sie selbst zu bleiben, müssen sie den Standpunkt verändern und den Mut aufbringen, den eigenen Leidenschaften zu folgen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als in den Alpen die große Zeit des Alpinismus begann, waren die Hirten der Hochweiden – zusammen mit den Jägern, Schmugglern und Mineraliensuchern – die ersten, die zu geschätzten Bergführern geworden sind.
Zwischen Bergführern und Hirten bestanden für lange Zeit verschiedene Ähnlichkeiten und Kontaktpunkte.

Heute hingegen erscheinen sie uns als zwei vollkommen unterschiedliche Berufe. Das ist aber nicht ganz richtig.

Heute wie vor einhundert Jahren tragen Bergführer wie Hirten die Verantwortung dafür, den richtigen Weg zu finden; eine Arbeit, die mit größter Vorsicht zu leisten ist, damit den begleiteten Personen oder den beschützten Tieren nichts geschehen kann. Beide brauchen für den ausgeübten Beruf vor allem echte Leidenschaft. Früher war es sicherlich eine traditionelle Arbeit, aber heute handelt es sich immer mehr um eine Lebensentscheidung, wobei manchmal keine Geschlechterunterschiede gemacht werden.

Eine Entscheidung, deren Schönheit in den großen Räumen der Natur liegt; deren Kraft in der Liebe liegt; deren Poesie in der Stille, in den Gerüchen und in den Lichtern der Aufeinanderfolge der Jahreszeiten liegt.

Wenn ein Hirte seine Herde nicht mehr in die Berge führt, dann verwildern diese langsam wieder, die Blumen blühen nicht mehr und der Schatz der großen Artenvielfalt geht verloren.

Genauso haben die Bergführer ihr erfahrenes Auge immer auf die Berge gerichtet und geben technische Kenntnisse, Verhaltensmodi und die Sensibilität für die Umwelt weiter, wobei es sich um wichtige Voraussetzungen für eine bewusste Nutzung der Berge handelt.

Andrea Enzio und Mario Mottini sind zwei italienische Bergführer. Enzio wohnt in Alagna Val Sesia, an den Hängen des Monte Rosa, an der Grenze zur Schweiz; Mottini hingegen kommt aus Livigno im Alta Valtellina, ganz in der Nähe der Berninagruppe und des Ortles-Cevedale.

„Ich bin aus Leidenschaft Bergführer geworden”, erzählt Mottini. „Mein Onkel ist der erste Bergführer von Livigno gewesen und hat diese Leidenschaft an mich weitergegeben.” Auch für Enzio gab es anfänglich eine Entscheidung, „ die aus einer langen Bergführertradition in meiner Familie hervorgeht.” Für Mottini ist die Ausübung des Bergsteigerberufes keine leichte Arbeit: „Wir müssen uns an die kontinuierliche Veränderung der Kundenwünsche anpassen, von der Abfahrt auf unberührtem Schnee bis hin zu Fragen nach Blumennamen.” „Die erste Pflicht eines Bergführers”, sagt Enzio, „ist es, die Sicherheit seiner Kunden zu garantieren.

Der jähe Wechsel der Klimabedingungen macht ein größeres Augenmerk erforderlich. Die schwierigen Momente? Die hängen mit meiner Rolle als Bergretter zusammen. Du musst mit Situationen umgehen, die dich emotional stark fordern, die du oft nie mehr vergisst.” Wie wir gesehen haben, ist der Beruf des Bergführers auch eine Familientradition: „Wenn meine Töchter meinen Beruf ergriffen hätten, wäre ich glücklich gewesen, aber sie haben sich anders entschieden,” sagt Mottini. „Ich habe aber einen Neffen, der gerade Bergführer geworden ist.“ „Ich denke, dass sie das tun sollten, was sie am glücklichsten macht,” ist die Meinung von Enzio, „und wenn meine Kinder von derselben Leidenschaft wie ich getrieben sind und mich nicht nur nachahmen, dann wäre ich glücklich.” Die Berge sind auch ein Ort der großen Abenteuer, Erfahrungen und Zusammentreffen. Für Enzio sind die Berge „eine Abfahrt auf frischem Schnee mit meinem Vater, ein Flug mit dem Gleitschirm mit meinem Bruder, aber auch Sonnenauf- und -untergänge, die ich in aller Stille von der Margheritahütte aus genieße.” Weniger romantisch, aber ebenso effektiv ist die Meinung von Mottini: „Für mich sind die Berge wie ein Fernseher, der immer auf einem neuen Programm eingeschaltet ist.” Der Blick schweift zu den Berggipfeln, wir sehen die Almen und wir fragen uns, wer sie in fünfzig Jahren leiten wird? „Ich hoffe, dass die Zukunft der Almen gekennzeichnet sein wird, von einer Rückkehr zu den Wurzeln und, wenn auch unterstützt von der Technologie, die gleiche Leidenschaft unserer Vorfahren überwiegt.” Die Hoffnung von Enzio findet Bestätigung in den Worten von Mottini: „ In Livigno werden in fünfzig Jahren, genauso wie jetzt, junge Leute die Almen führen.

Über das Milchhof-System von Livigno wurden neue Möglichkeiten entwickelt. Das Durchschnittsalter der Züchter liegt, glaube ich, unter dreißig Jahren, mit einem Haufen Kindern auf den Bergwiesen und vielen jungen Leuten, die Agrarwissenschaften studieren und einen landwirtschaftlichen Betrieb eröffnen wollen. Hier ist es der Gemeinde gelungen, das Hirtenwesen und die Tierzucht in den Tourismus zu integrieren. Der Milchhof ist zu einem Tourismusziel geworden, was für die gesamte Region von Vorteil ist. Bei uns werden Bauern „Gärtner der Alpen” genannt.”

Der Sommer ist da und die Schafe sind auf die Almwiesen zurückgekehrt. Die Hirten können endlich ausruhen. Renzo Ganz genannt Trifase und Celestino Froner sind zwei Wanderhirten der italienischen Ostalpen. Ganz lebt in Falcade in den Venetischen Dolomiten und Froner in Roveda, einem kleinen Dorf mit zwölf Einwohnern, im Val dei Mocheni in der Lagoraigruppe. „ Ich bin seit fünfundzwanzig Jahren Hirte”, erzählt Ganz. „Schon als Junge half ich meinen Eltern auf den Almen der Pässe Valles und San Pellegrino (in den Agordiner Dolomiten an der Grenzen zwischen den Provinzen Trient und Belluno, AdR).” Froner ist seit siebenundzwanzig Jahren Hirte und auch er ist der Sohn von Hirten: „Die erste Pflicht eines Hirten ist seine Herde. Es ist die Herde, die dem Hirten sagt, was er tun muss, und der Hirte muss alles Mögliche für das Wohlbefinden der Tiere tun”. Und er fährt fort: „Die schwierigsten Momente erlebe ich in der Winterwanderzeit unten in den Ebenen im Veneto und im Friaul: Durch den Verkehr und die Betonierung der Landschaft, das wenige Gras vor allem im Februar und die nicht immer leichten Beziehungen zu den Bauern ist es immer schwieriger, sich mit den Herden zu bewegen.” Auch für Ganz ist der Beruf des Hirten nicht einfach, vor allem: „zu Beginn des Winters mit Kälte, oft mit Regen, Schnee oder Nebel, den kurzen Tagen und dann den Durchgangs- und Weideverboten.”

Im Laufe der Jahre hat die Herde von Froner in der Sommer- und Herbstzeit auf den Bergen der Lagoraikette und den östlichen Bergen des Nationalparks der Belluneser Dolomiten geweidet. „Anders als vor zwanzig oder dreißig Jahren werden die Berge heute mehr beweidet”, erzählt Froner. „Die Zahl der Herden ist gestiegen und es gibt mehr Tiere als früher. In einigen Fällen sind die Weiden sogar überbelegt.” Ganz macht den Almauftrieb der Herde in Pian de Fontana und in Busnich im Nationalpark der Belluneser Dolomiten: „Die Berge verändern sich immer mehr. Einerseits ist es besser geworden: Ich denke an die technologischen Verbesserungen und an die Sicherheit. Seit einigen Jahren miete ich einen Hubschrauber für den Transport des Materials auf die Alm. Früher war all das undenkbar.” Das Hirtenwesen ist wieder interessant geworden, aber die Branche ist von vielen Problemen betroffen. „Ich sehe die Zukunft des Wanderhirtenwesens nur hinsichtlich des Verbleibs der Herden in den Bergen während der Sommer- und Herbstzeit positiv”, ist die Meinung von Froner und dann fügt er hinzu: „Viele möchten die Schafe in den Bergen, aber nicht in der Ebene haben. Wenn wir weiter von Gesetzen und einschränkenden Regelungen behindert werden, wird wohl nur das sesshafte Hirtenwesen überleben.” Auch Ganz sieht die Zukunft des Hirtenwesens sehr unsicher: „Aufgrund der zu vielen Einschränkungen unseres Berufsstands, der immer größeren Bürokratie, insbesondere was die Durchgangsgenehmigungen anbetrifft, die uns zu langen Abwesenheitszeiten von unserer Herde zwingen.” Und dann fügt er hinzu: „Heute tragen die Schafe einen Mikrochip, die Technologie entwickelt sich auch in der Welt der Hirten weiter. Ich denke, in Zukunft wird sich der Schäfer nicht mehr auf den Hirtenstab, sondern auf den tragbaren Computer „stützen”.”

Die Berge tragen Erinnerungen, Werte und Träume in sich, die beim Leben helfen. „In den Bergen sehe ich die schönste Zeit des Hirten”, erzählt Ganz, „den Ort der Ruhe, an dem es keine Einschränkungen und Verbote wie in der Ebene gibt. Hier bleibt Zeit, um mit den Hunden zu „schmusen”, die während des ganzen Winters und Frühlings immer gearbeitet haben. Es ist die Zeit der Rückkehr zu einer antiken Welt. Ich denke an die Hütte für die Käsebereitung, die Alm, die Feuerstelle.” Auch Froners Traum ist es: „zu der Einfachheit und Freiheit wie früher ohne viele Einschränkungen zurückzukehren.”

- Andrea Enzio, Guide Alpine Alagna, www.guidealagna.com
- Mario Mottini, Guide Alpine Livigno, www.guidealpine.info
- Renzo Ganz (Trifase) - Falcade (Belluno)
- Celestino Froner, Roveda, Val dei Mocheni (Trento)
- Con la collaborazione di Adolfo Malacarne, autore del volume "Transumanze. Sulle tracce degli ultimi pastori del Triveneto", Agorà Libreria Editrice, 2009

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