BAUERN. Die Berge sind kein Spielplatz.
Vor allem sind sie ein Ort des Lebens und der Arbeit.

Der Berglandwirtschaft wird heute eine neue Rolle zuerkannt, die zusammenhängt mit der Wirtschaft des Ortes und den positiven Wirkungen, die sie auf sozialer und Umweltebene erzeugt.

Auf ca. 1500 Metern Höhe kommt der Pfad aus dem Wald heraus und der Blick schweift frei über die Wiesenhänge, die die Nordseiten des Piz Zorlet genau gegenüber der Marmolada bedecken.
Es ist Mitte Juli und die Berge scheinen von purpurroten Flecken überzogen zu sein.
Jeden Sommer wiederholt sich dieses Schauspiel der Rhododendronblüte.
Wer aus der Ebene und den Städten kommt, sieht in diesem Blütenmeer die Schönheit einer wilden Bergwelt weit ab vom grellen Tourismus, aber er kennt nicht den Blick des Bergbewohners, der hingegen ein tragisches Schicksal wahrnimmt.

Überall in den Alpen erobern die Rhododendren die verlassenen Weiden und Wiesen zurück; ihre Ausbreitung ist ein Indikator für eine Natur, die sich den Raum zurückholt, den der Mensch ihr abgenommen hat. Mit ca. 4500 Pflanzen, die Blüten erzeugen, beherbergen die Alpen drei Siebtel der gesamten europäischen Flora. Die Berglandwirtschaft ist ein grundlegender Bestandteil dieses Reichtums, aber ohne Weidetiere und das Mähen der Weiden wäre dieser Habitat inzwischen fast verschwunden.
Nach Jahrzehnten, in denen in den Alpen viele Anbauzonen teilweise verlassen wurden, kann man seit den 90er Jahren eine Rückkehr zu den landwirtschaftlichen Tätigkeiten beobachten und verantwortlich für diese Veränderung sind vor allem junge Leute. Und so verändern sich die Berge langsam: Bauern aus Tradition werden ersetzt von Bauern aus Überzeugung, die oft aus Lebens- und Arbeitswelten stammen, die weit von den Bergen entfernt sind.
Langsam ändert sich auch der Blickwinkel, den die Stadt auf die Berge hat. Heute sind es Städter, die auf den Lehrbauernhöfen und den Modellalmen Unterricht bei den Bergbauern nehmen.
Es handelt sich um eine soziale und kulturelle Veränderung von grundlegender Wichtigkeit für die Höhenlagen und trotz der Mißerfolge und Schwierigkeiten hinsichtlich einer umfassenden Durchsetzung wachsen die positiven Erfahrungen neuer Bauern, denen es gelungen ist, Kultur und Erfahrung, Tradition und Innovation unter einen Hut zu bringen, ständig weiter.

Im Bereich des Nationalparks der Belluneser Dolomiten baut die landwirtschaftliche Kooperative La Fiorita mit mehr als 200 Mitgliedern Spezialitäten der Region an, wie: Bohnen aus Lamon und Gialét-Bohnen, Sponcio-Maismehl, Gerste aus Agordo, Kartoffeln aus Cesiomaggiore und großer Alpendinkel. Alles Produkte, die aus der Aufwertung alter traditioneller Sorten der Belluneser Berge hervorgehen und mit umweltfreundlichen, integrierten und biologischen Produktionsrichtlinien und -verfahren erzeugt werden.
Die Genossenschaft arbeitet seit 1977 und seit ca. zehn Jahren haben sich die Mitglieder und mit ihnen auch die Obst- und Gemüseproduktion mehr als verdoppelt. In die richtigen Bahnen geleitet wird dieses Wachstum vom Präsidenten Eugenio Garlet und von Stefano Sanson, Lehrer für Agrartechnik und Verantwortlicher für die Entscheidung, auf die Belluneser Agro-Artenvielfalt zu setzen. „Unsere Mitglieder sind vor allem kleine Erzeuger, Kinder und Enkel von Bauern, die einen Schatz an Böden und Gebäuden vorgefunden haben, den sie in irgendeiner Weise nutzen wollen”, erzählt Sanson. „ Die Produktion erfolgt daher in kleinen Unternehmen, die oft durch Erbaufteilungen auseinandergerissen wurden, die für die Gemüseproduktion interessante Einkommen liefern könnten.
Trotzdem übt noch niemand die Tätigkeit als Haupterwerbsquelle aus.” Unter Berücksichtigung des Jahreszeitenzyklus bringen die Mitglieder der Kooperative ihre Produktion, die direkt verpackt und verkauft wird.
„Wir zielen stark auf eine kurze Produktionskette ab”, präzisiert Sanson, „ und verkaufen an Restaurants, in kleinen örtlichen Geschäften und in den umliegenden Provinzen. Wir haben gute Beziehungen zu einigen Gruppen des solidarischen Einkaufs und vernachlässigen es auch nicht, unsere Produkte auf Messen zu bewerben.” Die Zukunft der Berglandwirtschaft ist immer mehr gebunden an die Fähigkeit, Erfahrungen und Chancen auszutauschen und Präsident Garlet sieht unter dieser Perspektive die Entwicklung seiner Kooperative: „Heute ist es von unabdingbarer Wichtigkeit, solidarisch zusammen arbeiten zu können, aber wenn wir wachsen wollen, muss mehr Professionalität, Ausbildung und unternehmerischer Biss hinzukommen.”

Qualitäten, die wir in der Geschichte von Daniele Landra finden, dem es mit siebenundzwanzig Jahren gelungen ist, unter einem einzigen Dach all seine Leidenschaften zu vereinigen. Das Dach ist das des Hauses seines Ururgroßvaters im Valle Maira (in der Provinz Cuneo an der Grenze zum französischen Valle dell’Ubaye), das Daniele und seine Familie in einen wunderbaren Agritourismusbetrieb verwandet haben. Die Leidenschaften hingegen sind: okzitanische Musik, Imkerei, Fotografie und Ausflüge in die Berge. Nach dem Studium der Forst- und Umweltwissenschaften und nachdem er Naturführer geworden war, hat Daniele entschieden, dass dieses Haus aus Holz und Steinen und Ort seiner Kinderspiele der Ausgangspunkt für ein neues Abenteuer werden soll. Es waren mehr als vier Jahre intensiver Arbeit nötig, aber Ende 2012 konnte Daniele Al Chersogno eröffnen: ein biologisches landwirtschaftliches Unternehmen und Agritourismusbetrieb inmitten der Natur der Cottischen Alpen. „ Ich habe immer engen Kontakt zu den Orten und Geschichten meiner Heimat gehalten,” erzählt Daniele voller Stolz. „Starke emotionale Verbindungen, der Gedanke, dass es möglich wäre, von der Landwirtschaft und vom Tourismus in den Bergen zu leben, um eine Arbeit uszuüben, die mir gefällt und bei der Mühen und Unannehmlichkeiten zweitrangig sind.” Ein Blick reicht aus, um zu verstehen, dass nichts ohne eine große Leidenschaft entsteht: „ Wir haben das Haus der Großeltern in Abstimmung mit denen umgebaut, die es vor mehr als einem Jahrhundert errichtet haben, unter Berücksichtigung der Region und der örtlichen Architektur und unter Benutzung von sauberen und erneuerbaren Energiequellen, wie Holzheizungen und Sonnenkollektoren.” Der landwirtschaftliche Betrieb von Daniele ist ein multifunktionales Landwirtschaftsmodell, bei dem die landwirtschaftliche Produktion durch die Landschaft und Dienstleistungen ergänzt wird. „Unser Unternehmen ist ein Familienbetrieb, der sich vorwiegend mit biologischer Imkerei beschäftigt. Außerdem bauen wir Gemüse und Kleinobst an und züchten Hoftiere. Wir haben ca. zwanzig Schlafplätze, wir organisieren Lehrkurse, Fotoausstellungen, Musikabende und Kurse zur okzitanischen Küche. Tourengänger finden hier zahlreiche Überquerungen und Aufstiege, vom Familienpfad bis hin Gipfeln, die höher als 3000 Meter sind.” Die Folgerichtigkeit des Projekts von Daniele erstaunt, wenn er die Art und Weise erzählt, wie er die Rückverfolgbarkeit der Bienenprodukte anwendet: „ Auf jedes Glas kleben wir ein QR-Code-Etikett, das mit einem Mobiltelefon gelesen werden kann, mit dem ein Video im Internet verbunden ist. Das Video erzählt, was sich im Glas befindet, vom Ort der Erzeugung bis zur Verarbeitung; auf diese Weise binden wir das Produkt an den Landstrich und vermitteln die Leidenschaft für unsere Arbeit.” In der Provinz Bergamo, im Valle Imagna in den Orobischen Alpen gibt es einen Ort, der um sich einige Berglandwirtschaftsprojekt versammelt, die sich untereinander ergänzen und zusammenhängen.

Der Ort heißt Corna Imagna, liegt auf 800 Metern, hat etwas weniger als eintausend Einwohner und das Projekt, aus dem alles hervorgegangen ist, ist das Haus des Stracchino, eine ebenso kleine wie funktionale Käserei, die geschaffen wurde von den Mitgliedern der landwirtschaftlichen KooperativeIl Tesoro della Bruna”, sechs kleine Unternehmen, die sich um einen Schatz versammeln: die Milch der braunen Alpenkuh. In wenigen Jahren sind zur Käserei eine Herberge, ein Campingplatz, ein Verkaufspunkt mit einem kleinen Lehrmuseum und kürzlich auch ein Gasthaus hinzugekommen, das natürlich den Namen „ Locanda dello Stracchino” trägt. Und, sollte dies noch nicht reichen, eine Reihe von Routen entlang der alten Wege des Ortes (alles georeferenziert und mit herunterladbaren Apps), das Netzwerk anderer landwirtschaftlicher Betriebe der Region (Kleinobst, Gemüse, Äpfel), um besser den Anforderungen von Gruppen für den solidarischen Einkauf gerecht zu werden, und die Eröffnung eines stark besuchten 0-km-Marktes. Giacomo Invernizzi, Vizebürgermeister von Corna, ist eines der Mitglieder der landwirtschaftlichen Kooperative. „Der Stracchino deckte in der Vergangenheit einen großen Teil der Agrarwirtschaft des Valle Imagna ab,” erzählt Invernizzi. „ Dann ist er in jüngerer Zeit eine Familientätigkeit geworden, die repräsentativ für eine zur marginalen Wirtschaft niedergegangene Landwirtschaft ist.” Der Wunsch, den kleinen örtlichen Landwirtschaftsbetrieben Würde und Nachhaltigkeit zu verleihen, und die Überzeugung, dass die Pflege des Landstrichs die Basis bilden kann, auf der sich andere Wirtschaftszweige entwickeln können, treibt die Gemeindeverwaltung von Corna Imagna an, den Dialog mit den Landwirten zu suchen: „ So ist die landwirtschaftliche Kooperative “Il Tesoro della Bruna” entstanden”, fährt der Vizebürgermeister Invernizzi fort. „Man hat ein Unternehmensmodell gesucht, das mit den Höhenlagen kompatibel und nachhaltig ist und hat versucht, eine örtliche Produktionskette entstehen zu lassen, in der die Aufwertung der Umwelt- und Kulturressourcen ein neue Art und Weise den Landstrich zu bewohnen, darstellt. Das Haus des Stracchino und die landwirtschaftliche Kooperative sind ein symbolisches Element des Tals, das über Prozesse des Selbstbewusstseins und der Selbstbestimmung den Aufbau der eigenen Zukunft versucht.”

- Cooperativa agricola La Fiorita, www.cooperativalafiorita.it
- Azienda agricola Al Chersogno, www.chersogno.it
- Cooperativa agricola Il Tesoro della bruna, www.iltesorodellabruna.it
- Con la collaborazione di Davide Torri, Associazione Gente di Montagna (www.gentedimontagna.it)

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