Dirk Schulte / Interview

Wie helfen dir deine Erlebnisse am Berg in deiner Funktion als Psychologe bei der Entwicklung von Führungskräften oder umgekehrt?
Im Management sowie am Berg gibt es eine Vorgehensanalogie. Man muss ständig Situationen analysieren, bewerten und entscheiden. Und in diesem Dreiklang ist es eminent wichtig, sich ein recht untrügliches Situationsbewusstsein zu verschaffen. Nur dann ist man in der Lage, auf einer soliden Basis fundierte und nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Ich benutze die Gleichnisse aus den Erfahrungsräumen Management/ Organisation vs Gebirge, um das Verhalten intensiver zu trainieren. Am Berg haben wir eine andere Bewusstseinsschärfe, weil Fehler nicht kaschiert oder anderen untergeschoben werden können. Man kann Situationen auch nicht aussitzen, bis sie sich von alleine lösen oder warten, bis sich die Bedingungen geändert haben, so wie es oft betriebliche Praxis ist. Dieses Verhalten kann am Berg gefährlich oder sogar tödlich sein. Ich nehme also den Gefahrenraum Berg als Brennglas für das tägliche Denken und Handeln als Führungskraft und kann somit ein Bewusstsein und einen Reflexionsraum schaffen, um die Menschen sich weiterentwickeln zu lassen. Das heißt konkret, ich gehe unter anderem mit Führungskräften ins Gebirge und spiele mit ihnen reale Führungssituationen am Berg durch und reflektiere/ bearbeite mit ihnen ihr Verhalten. Ich verwende in diesem Kontext die Werkzeuge als systemischer Berater und Executive Coach mit einem lösungsorientierten Ansatz. Die Menschen verlassen meine Trainings in der Regel wesensverändert. 

Du hast schon viele Berge dieser Welt gesehen.
Welcher Berg/welche Landschaft hat dich besonders beeindruckt?
Am meisten hat mich der wilde Kaukasus auf meinen weltweiten Bergtouren beeindruckt. Die Kombination aus dieser ursprünglich und wunderschön rauer Landschaft, gepaart mit einer relativ dünnen Besiedelung, finde ich recht einmalig. Ich war am Kasbek, Ushba und am Elbrus unterwegs, besonders das Naturgebiet in Georgien war sehr beeindruckend und die Menschen sehr freundlich und aufgeschlossen zu Fremden. Ich war mit Zelt und komplett selbstversorgend unterwegs. Aufgrund der Ausgesetztheit in der Wildnis und der Sprachschwierigkeiten (es sprach fast niemand englisch), habe ich mich noch nie so fremd und doch so aufgehoben gefühlt. Selbst in Patagonien oder im Himalaya gibt es eine stark touristische Infrastruktur. Diese gibt es in großen Teilen des Kaukasus so nicht. 

Warum engagierst du dich beim Verband der Deutschen Berg- und Skiführer VDBS? In welcher Funktion unterstützt du den Verband?
Ich bin im Vorstand des VDBS, um meinen Anteil dazu beizutragen, den Verband zukunftsfähig und modern in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Das betrifft zum einen die Organisation des Verbandes und zum anderen die in ihm angesiedelten Berufsbilder. In meinem Ressort sind das die neuen Teildisziplinen Bergwandern/ Trekking, Klettern, Freeriding. Der Bergsport verändert sich stetig und die einzelnen Ausprägungen werden immer spezieller und professioneller betrieben, somit entstehen immer neue Anforderungen. Diesbezüglich braucht es Anpassungen in den Bereichen für die jeweiligen Guides, damit diese auf dem aktuellen Leistungsstand sind und den Marktanforderungen entsprechen. Gepaart mit einer bedarfsgerechten Öffentlichkeitsarbeit ist es ein wichtiger Bestandteil unserer Vorstandsarbeit, diese Berufsbilder in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. 
Wir haben im letzten Jahr die Geschäftsstelle des VDBS gänzlich umgebaut und die Organisations- sowie Arbeitsstruktur verändert. Große Teile der Arbeitsabläufe wurden digitalisiert. Dazu haben wir das Personal den neuen Herausforderungen angepasst, sodass wir heute eine freundliche und kompetente Geschäftsstelle implementiert haben, die in der Lage ist, schnell auf Herausforderungen zu reagieren und den Mitgliedern und Partnern des VDBS ein großes Service Spektrum anzubieten. In diesen Themen bringe ich neben meiner originären Vorstandsarbeit meine Kompetenz als Organisations- und Personalentwickler aktiv ein. Darüber hinaus bin ich Mitglied des Lehrteams VDBS und trainiere den Nachwuchs in den Themen Führung und Konfliktmanagement am Berg.

Am Berg haben wir eine andere Bewusstseinsschärfe, weil Fehler nicht kaschiert oder anderen untergeschoben werden können

Meine Schuhe

Dirk Schulte’s Favoriten für alle Bergabenteuer.

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